Meine Erfahrungen mit der Digitalkamera
- Die Umstellung
- Meine Anfängerfehler
- Weißabgleich
- Blitz
- Gegenlicht
- Display und Makrobereich
- Digitalkamera und Computer
- Pro Digital
- Ärger mit dem Schnellladegerät für Akkubatterien
Kameratyp
Digimax 420
4.0 Mega Pixels
12 X ZOOM, 3 X Optical,
6 cm Macro
Movie Clip
1. Die Umstellung
Ich fotografierte bereits vorher mit einer Praktica L. Da durfte ich aufschrauben, weiterdrehen und messen, also so richtig mit den Händen arbeiten. Für den schnellen Augenblick und eine leichte Handtasche arbeitete ich mit einem "Hausfrauenapparat" (Automatik), der sich alle Einstellungen allein überlegte. Wobei dieser durchaus seine Berechtigung hatte. Besonders bei interessanten Lichtverhältnissen entstanden ansprechende Fotos. Dieser Fotoapparat verkraftete außerdem erstaunlich viel Gegenlicht. Aber es musste stets der Film vollgeknipst werden, und nach der Entwicklung begann das Ablageproblem der vielen Fotos. Spontaneität bei der Motivauswertung war kaum möglich. Die Bilder gelangten nur über einen Scanner auf den Computer. Wie oft löste ich bereits eingeklebte Fotos aus dem Album, um diese einzuscannen. Dabei war immer Vorsicht geboten. So wuchs der Wunsch nach einer Digitalkamera. Eines Tages war es dann soweit, und für mich begann eine große Umstellung. Erst einmal las ich sehr gründlich das Begleitheft. Das ist noch heute ab und zu der Fall. Unzählige fremde Fakten und Begriffe schwirrten durch meinen Kopf. Nichts mehr mit Schrauben oder schnellem Knips-Knips. Ich musste alle Gedanken zum Thema Fotografie neu sortieren. Schnell begriff ich, dass ich alle Möglichkeiten der Einstellungen mir nur nach und nach aneignen kann. Noch heute, nach gut 18 Monaten, entdecke ich neue Möglichkeiten. Zuerst suchte ich Informationen zum Thema Digitalfotografie im Internet. Zufällig stieß ich auf diese Adresse http://www.digitalkamera.de und fand so manch guten Tipp. Und dann begann die Zeit des Experimentierens. Übrigens, die Praktica benutze ich noch immer. Manchmal tut auch das Schrauben,Drehen und Messen gut. Es ist eben solide Handarbeit.
2. Meine Anfängerfehler
Die ersten Motive verriss ich einfach. Fassungslos starrte ich auf die Unschärfe. Ich dachte an falsche Entfernungen zum Objekt, grübelte über Tele, Weitwinkel und Makro nach. Dabei lag die Ursache auf der Hand. Zwischen dem Druck auf den Auslöser und dem wirklichen Fotografieren der Kamera vergeht mehr Zeit als ich es von der anderen Fototechnik kannte. Hier ist Gelassenheit gefragt. Ein weiteres Problem bescherte mir die Jahreszeit. Es war Winter, das Wetter grau in grau. So testete ich die Kamera natürlich in der Wohnung. Auf dem Display blinkerte es. Man wollte mir wohl etwas mitteilen. Vor Aufregung sah ich nur nicht richtig hin. Unzureichende Lichtverhältnisse wurden mir angekündigt. Das verstand ich nicht. Dafür gibt es doch Blitzlicht. Noch standen alle Einstellungen auf "Auto". So wanderte ich mit dem Objekt Richtung Fenster, und dann klappte es. Endlich begriff ich, wozu es die verschiedenen Einstellungen unter dem Begriff "ISO" gibt. In der Tabelle im Begleitbuch konnte ich deutlich die verschiedenen Ausleuchtungsmöglichkeiten ablesen. Wie bleiben nur diese vielen Fakten im Kopf hängen? Somit ergab sich wieder das Thema "Experimentieren mit viel Geduld". Ich ahnte, dass die Einstellung "Auto" auch ihre Tücken haben kann. Womit ich noch heute kämpfe, besonders wenn es schnell gehen soll, ist der waagerechte Horizont. Wie oft arbeite ich 1 % bis 3 % Neigung am Computer nach. Ein großes Problem für mich ist, den Füllstand der Akkus im Auge zu behalten. Da wurde ich schon oft überrascht, wenn das Objektiv einfach eingefahren wird und die Kamera sich ausschaltet. Da bleibt nur die Möglichkeit, immer Ersatz in der Tasche zu haben. Das lernt man endlich, wenn einem dadurch ein total faszinierendes Motiv durch die Lappen geht.
3. Weißabgleich
Hier trennte ich mich schnell von der automatischen Einstellung. Die Motive kommen bei Tageslicht einfach in einem wärmeren Farbton herüber, wie bei den Fotos erkennbar ist. Bei den Farben Blau und Gelb erreichte ich so ebenfalls bessere Ergebnisse.
4. Blitz
Hier gibt es eine Einstellung, um rote Augen zu vermeiden. Jedoch erreichte ich damit wenig, besonders bei Kindern. So bleibt nur das Nacharbeiten in einem entsprechenden Fotobearbeitungsprogramm. Weiterhin lohnt sich das Experimentieren mit ausgeschaltetem Blitz bei Kerzenschein, Lagerfeuer oder Ähnlichem. Es entstehen interessante Stimmungen, wie bei diesem Beispiel deutlich erkennbar ist.
Wenn Sonnenschein durch ein großes Fenster strahlt, ziehe ich dieses Licht einem Blitzlicht vor. Besonders Blütenblätter erreichen so mitunter eine leichte Transparenz und Schatten beleben das Bild. Hier muss jeder für sich entscheiden, wie das Ergebnis aussehen soll.
5. Gegenlicht
Stimmungsvollere Fotos erreiche ich mit der Digitalkamera beim Morgenlicht oder wenn die Sonne dem Abend entgegen geht. Die Schattenwirkungen sind intensiver und geben dem Motiv mehr Räumlichkeit. Hier ist es ebenfalls ratsam, mit mehreren Aufnahmen zu experimentieren und sich mit der Linse der Sonne immer mehr zu nähern. Dabei nutze ich den Schatten eines Baumes, Strauches oder Schuppens, um bei der Kamera einer direkten Blendwirkung zu entgehen. So verhindere ich unschöne Leuchtflecke auf dem Foto. Jedoch bei einem Sonnenaufgang oder hinter einer Laterne können diese Effekte sogar gestalterisch interessant sein.
6. Display und Makrobereich
Es gibt bei meiner Kamera nicht eine absolute 100 %ige Übereinstimmung zwischen dem ausgewähltem Motiv auf dem Display und der Bilddatei. Noch krasser ist es beim optischen Sucher im Makrobereich. Da wird das Motiv anders angezeigt als fotografiert. Ich montierte die Kamera auf ein Stativ. Im optischen Sucher sah das rechte Motiv so aus wie links. Aber das wirkliche Ergebnis enttäuschte.
Nun ist bei entsprechender Sonneneinstrahlung nicht immer das Display gut zu erkennen. Hier ist es besonders wichtig, das geschossene Foto in der Bildanzeige zu überprüfen und mehrere Versuche zu starten. Ansonsten können die Enttäuschungen später groß sein. Es lohnt sich das Experimentieren im Makrobereich zwischen Weitwinkel und Tele. Hier kann man durchaus interessante Unschärfen im Randbereich entdecken.
7. Digitalkamera und Computer
Mitunter wird die Meinung vertreten, dass mit der Digitalkamera bereits ein perfektes Ergebnis durch optimale Voreinstellungen erreicht werden sollte. Jedoch kann schnell eine wichtige Option vergessen werden und das Durcharbeiten aller Optionen kostet Zeit. Schnell vergeht ungenutzt eine besondere Motivkonstellation. Ich bevorzuge die Nacharbeit am Computer. Dort suche ich mir in aller Ruhe den optimalen Bildausschnitt aus. Das kann durchaus später gemacht werden, durchaus auch nach Monaten. Aber Aufhellblitzbearbeitungen und eventuelle Farbvariationen erledige ich unmittelbar nach dem Fotografieren. Dann sind die Eindrücke von der Fotopirsch noch gut in meinem Kopf vorhanden, und es ist eine realistische Bildgestaltung möglich. Somit lade ich so schnell wie möglich die Fotos auf den Computer herunter, auch wenn die Kapazität der Speichercard noch nicht ausgeschöpft ist. Besonders ärgerlich ist es, wenn die Speichercard einsam und verlassen im Kartenlesegerät vergessen wurde, während man gerade weit weg von zu Haus auf Fotopirsch ist. Der interne Speicher ist schnell zugebaggert, ohne unbedingt mit höchster Auflösung zu arbeiten.
8. Pro Digital
Diese Ausführungen sind nicht als wissenschaftliche Abhandlung gedacht. Ich berichte nur von einigen Erfahrungen. Vielleicht fühlt sich so jemand getröstet, der gerade selbst noch voll in der Experimentierphase steckt. Ich genieße die Vorteile dieses Systems im vollen Umfang. Es erspart mir eine Papierflut, die durchaus Geld kostet. Ich lasse nur die für mich interessantesten Fotos entwickeln. Dabei kann ich sogar auf günstige Preisaktionen geduldig warten. Es plagt mich keine Neugierde mehr, ob die Motive gut gelungen sind. Ich kenne ja alle Fotos bereits, habe sie auf CD gebrannt und stets zur Verfügung. Mir bleibt das Einscannen erspart. Nur meine Fotoalben sind nicht unbedingt topaktuell. Damit lernte ich zu leben. Ein absoluter Vorteil ist die Spannbreite der Motivwahl. Das beginnt bei einfachen Dokumentationen (Ortseingangsschilder bei Radtouren, Informationstafeln, Gebäude) und reicht über das"Festnageln" der lieben Familienmitglieder bis hin zu stimmungsvollen Landschaftsmotiven und beeindruckenden Blütendarstellungen. Selbst ausgedachte Motivarrangements (Stilleben) lassen sich verschieden ausleuchten und trösten über ungemütliches Wetter hinweg. Wobei Nebel, Regen und Schneefall sich ebenfalls wirkungsvoll fotografieren lassen.
Autofahrt im Regen
9. Ärger mit dem Schnellladegerät für Akkubatterien
Zu der neuen Digitalkamera bekam ich ein Schnellladegerät für Ni-MH und Ni-CD Akkus inklusive 4 Akkus (CamPlus 2100 mAh, Ni-MH 1.2 V AA für Digital Camera). Munter wanderte ich knips, knips durch die Natur und belagerte alle Familienmitglieder. Das ging etwa ein Jahr gut. Für alle Akkus gab es beim Nachladen eine gemeinsame Kontrollleuchte. Bei Grün waren dann alle Akkus OK. Das dachte ich lange Zeit und ignorierte tapfer das Erhitzen im Ladegerät. Doch dann musste ich immer öfters nachladen. Bald schaffte ich kaum noch 50 Bilder ohne Akkutausch. So schneller Verschleiß war mir zwar schleierhaft, aber ich fotografierte und experimentierte auch sehr viel. So mussten neue her. Ein Katalog bot Akkus ( vivanco 1900 mAh, Ni-MH 1.2 V AA) extra für Digitalkameras an. Da griff ich doch zu und das Schicksal nahm seinen Lauf. Wenn ich nun mit den verschiedenen Einstellungen (Makro, Weißabgleichen, ISO und/oder Nachtaufnahme) herumexperimentierte, war die Kamera "fest". Nichts ging mehr. Ich musste das Batteriefach öffnen, damit diese wieder gestartet werden konnte. Nur wenige Aufnahmen, und das Drama begann erneut. Mein Stimmungsbarometer sank in das tiefste Kellergewölbe. Als es dann unmöglich wurde, Sylvesterraketen zu fotografieren, "stank" ich endgültig ab. Wir, mein Gatte musste mit ran, recherchierten im Internet, fanden bei http://forum.digitalkamera.de viele Ratschläge. So wurde uns klar, dass 1900 mAh wohl ein bisschen mager sind. In einem Fachgeschäft kauften wir nun neue Akkus (BILORA 2500 mAh, Ni-MH 1.2 V AA, The Best For Digital Camera). Teils euphorisch, teils mit klopfendem Herzen knipste ich um mich herum. Natürlich hatte ich die Neuanschaffung erst im Schnellladegerät hochgeladen. Der Absturz folgte prompt. Alles wie gehabt, die Kamera war ständig fest. Nun glaubte ich an einen technischen Defekt und bereitete mich schweren Herzens auf eine unvorstellbare, erstmalige Trennung vor. Der Fachmann erklärte, dass dies ein Fehler der Speichercard wäre, wenn diese zwischen Kamera und Terminal ständig wechselt. Sofort formatierte er diese. Wir kauften eine neue Karte, die nur für den Datentransfer zum Terminal gedacht ist und zogen erleichtert heimwärts. Doch die Freude war verdammt kurz. Kamera fest, die Verzweiflung wuchs. Erneut wendeten wir uns an www.digitalkamera.de und kämpften uns durch den technischen Bereich, stellten selber Fragen und bekamen endlich die Lösung (Danke Markus). Ursache für meine Probleme war das Ladegerät, das die Akkus "verheizte". Deshalb die unangenehme Hitze nach dem Ladevorgang. Zum anderem war mit diesem Gerät ein Herunterladen nicht möglich, was mehrfach empfohlen wird. Über dieses Forum erhielten wir gute Ratschläge was ein Ladegerät leisten muss. Bei www.accu-select.de konnten wir die Geräte vergleichen und entschieden uns für den Akku-Trainer AT-3+ mit Display. Dieses Gerät erfüllt alle notwendigen Anforderungen:
- voneinander unabhängige Ladeschächte mit Einzelanzeige,
- getrennte Ladung und Entladung pro Akku,
- bei Erreichen des Füllstandes wird jeder Ladeschacht einzeln abgeschaltet,
- geringe Erwärmung,
- und viele Analysefunktionen,.
Sogar die todgeglaubten Akkus erwachten zu neuem Leben zwischen 95 und 100 Prozent und ich kann endlich wieder knips, knips durch die Lande ziehen.Danke allen Ratgebern, mitunter ist ein Internetforum besser als der Fachhandel.









